Archiv der Kategorie: Allgemeines-Ortsverein

Allgemeine Informationen rund um den Ortsverein der Neu-Ulmer Arbeiterwohlfahrt.

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Wandern entlang von Donau und Iller

Reisebericht von Siegbert Kollmann

Am Samstag den 17. Februar war es wieder soweit: Wanderung nach Wiblingen. Um 13 Uhr starteten wir vor der AWO in der Eckstrasse. Der erste Wegabschnitt führte zur Donau. Dieser folgen bis zur Illerein-mündung. Es ging dann links ab der Iller entlang.

 

An der Illerbrücke vor Wiblingen querten wir vom rechten auf das linke Flussufer. Weiter führte uns der Weg bis zu einer kleinen Flussbiegung. Dort nahmen wir von der Iller Abschied und es ging durch den Illerwald. Bald war ein Pferdekoppel erreicht. An dieser vorbei war bald ein kleines Bächlein erreicht. Über eine Brücke und geradeaus ging der Weg zum Gasthaus des Albvereins in Wiblingen. Wir fanden zum Ausruhen und Genießen Platz. Für den Heimweg standen zur Verfügung: Auto, Bus und Fußwerk. Ein gelungener Wandernachmittag fand in  Neu-Ulm seinen Abschluss.

Neujahrsempfang der Neu-Ulmer Arbeiterwohlfahrt am 17. Januar 2019 zum Thema ‘100 Jahre Frauenwahlrecht‘

Die Arbeiterwohlfahrten in Ulm und Neu-Ulm haben die Tradition geschaffen, umschichtig den Neujahrempfang auszurichten. Dieses Jahr hatten die Neu-Ulmer in die Eckstraße 10 in die M.I.T.T.E geladen.

So konnte unsere Vorsitzende Friederike Draesner gut 40 Besucher begrüßen, Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter aus beiden Städten, aber auch Vertreter der Kommunalpolitik und des Gerichts.

In einen Grußwort stellte sich Ingo Bergmann als neuer Vorsitzender der Ulmer Arbeiterwohlfahrt vor. Seine Vorgängerin und jetzige Stellvertreterin Karin Schwarz hatte er aber auch mitgebracht.

Den Schwerpunkt stellte ein Referat der Historikerin Dr. Marie Kristin Hauke dar. Sie sprach aus aktuellem Anlaß über das Frauenwahlrecht, daß 1918 in Deutschland Gesetz wurde, und 1919 – also vor 100 Jahren – erstmals wirksam wurde bei den Wahlen zur württembergischen Landesversammlung, zur Nationalversammlung und zu Kommunalwahlen. Das Ergebnis bei der Nationalversammlung weist eine Frauenquote von 9,6% aus, ein Wert, der erst 1983 wieder erreicht wurde. Eine der ersten Frauen und die erste weibliche Rednerin in der Nationalversammlung überhaupt war Marie Juchacz von der SPD, die wir alle als Gründerin der Arbeiterwohlfahrt kennen.

Die Einführung des Frauenwahlrechtes war Ergebnis und Höhepunkt von langjährigen Bemühungen. Die ersten Forderungen kamen in der Revolution 1848 auf. Aber erst 1895 gründete sich in Ulm der Lesekreis Frauenwohl. Der Lesekreis traf sich 14-tägig um die Zeitschrift ‚Frauenbewegung‘ zu studieren und diskutieren. Vorsitzende  war Bertha Laupheimer-Gutermann (1860-1932). Der Verein machte immer wieder durch Petitionen und Eingaben auf sich aufmerksam.

Als gemäßigter Flügel der Frauenbewegung gründete sich 1904 in Ulm der Verein Frauenbildung – Frauenstudium, aus dem später der Frauenring hervorging. Vorsitzende des Vereins war Herta Hellmann (1861-1920). Dieser Verein hatte innerhalb von 10 Jahren 530 Mitglieder gewonnen.

1907 wurde in Ulm ein Ortsverein für Frauenstimmrecht gegründet. Durch der Krieg verzögerte sich allerdings wieder die Gesetzesänderung, aber 1918 war es soweit.

Bei der Wahl zum Ulmer Gemeinderat gab es 28 weibliche Kandidaten, von denen zwei gewählt wurden. Emmy Wechßler und Katharine Lutz. Als Frau Lutz aus Ulm wegzog, rückte Agnes Schultheiß nach. In Neu-Ulm bewarben sich 5 Frauen, drei wurden gewählt: Katharina Albrecht von der Deutschen Demokratischen Partei, Auguste Weinmiller von der Bayrischen Volkspartei und Anna Pfänder von der Sozialdemokratischen Partei. Anna Pfänder war auch in der Neu-Ulmer Arbeiterwohlfahrt von Anfang an bis 1969 im Ortsverein aktiv als Schriftführerin und blieb bis zu ihrem Tod 1984 unser Mitglied.

Den Abschluss des Neujahrsempfanges bildete ein Buffet mit ‘Fingerfood‘, das heißt man konnte mit Leckerbissen in der Hand herumlaufen und zwanglose interessante Gespräche führen. Und das Jazzquartett ‘Take Four‘ (allerdings als Trio) brachte Jazzklassiker zum Klingen und Swingen.

(Klaus Guhl)

30 Jahre Notruf für Frauen in Neu-Ulm

Mit einer Vernissage der Künstlerin Tanja Hanser und „Trommeln gegen Gewalt an Frauen“ lässt der Notruf für Frauen das Jubiläumsjahr 2018 ausklingen

1988 wird der Notruf für Frauen als Modellprojekt anerkannt und für 4 Jahre vom Bayerischen Staatsministerium gefördert. Zwei Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Neu-Ulm teilen sich eine Stelle. Da die Anonymität des Frauenhauses gewahrt bleiben muss, finden die Beratungen telefonisch oder außerhalb des Frauenhauses statt. Es gibt zusätzlich  nachts und an den Wochenenden eine Rufbereitschaft, die zum Teil von den aktiven Mitgliedsfrauen des Vereins Frauen helfen Frauen Neu-Ulm e.V. und den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses abgedeckt wird.

1993  geht die staatliche Projektfinanzierung in eine Festbetragsbezuschussung über. Zusätzlich wird  der Notruf für Frauen von den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg, temporär der Stadt Senden, sowie der Stadt Neu-Ulm und der Arbeiterwohlfahrt Neu-Ulm finanziert. Das aber ist Jahr für Jahr bis heute sehr streng kalkuliert und bedeutet für die AWO Neu-Ulm jährlich einen Spagat an Kalkulation.

Die personelle und räumliche Trennung vom Frauenhaus Neu-Ulm erfolgt zum 01.01.1996. Die beiden Sozialpädagoginnen Anita Bay-Dieterle und Andrea Gaier, die sich von Anfang an die finanzierte Vollzeitstelle für den Notruf teilen, beziehen einen Raum im Clemens-Högg-Haus der Neu-Ulmer AWO. Hier muss die Adresse nicht mehr anonym bleiben und nun ist es möglich, dass die Beratungen im Haus stattfinden können und erstmals Gruppenangebote angeboten werden können.   Im selben Jahr findet erstmals eine angeleitete Gruppe für Frauen, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden, statt. Dieses Angebot besteht in regelmäßigen Abständen bis heute. dem letzten Umzug im Jahr 2002 befindet sich die Beratungsstelle in Neu-Ulm in der Silcherstraße 45.

Im November 1996 wird landesweit die Regelung mit der Rufbereitschaft nachts und an den Wochenenden insofern geändert, dass ab jetzt Frauen in Not außerhalb der Erreichbarkeit des Notrufes bei einer Sondernummer der Telefonseelsorge anrufen können und dort erste Informationen erhalten. Dadurch wurden die Notrufe und Frauenhäuser entlastet.

Bis September 2017, zum Renteneintritt von Frau Bay-Dieterle bilden die beiden Sozialpädagoginnen das Notruf-Team.  Ab Oktober 2017 übernimmt die Sozialarbeiterin Anneliese Wolf die Stelle und wird neue Kollegin von Andrea Gaier.

Seit Beginn der Notrufarbeit bis zum Beginn des Jubiläumsjahres 2018 haben rund 12000 telefonische Beratungskontakte stattgefunden und es fanden sich rund 6000 mal Frauen zur persönlichen Beratung ein.   Schwerpunktthemen waren Sexuelle Gewalt, wie Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexueller Missbrauch in der Kindheit und sexuellen Übergriffen und Belästigungen in öffentlicher, beruflicher und privater Umgebung – unabhängig davon, wie lange die Tat zurückliegt. In der Beratungsstelle bekommen die Frauen parteiliche Unterstützung, um das Erlebte zu verarbeiten und wieder Selbstwert zu entwickeln. Bei Bedarf erhalten sie von den Mitarbeiterinnen Beistand und Begleitung zum Beispiel zu Ärzt*innen, Rechtsanwält*innen, Polizei und Gericht. Manche betroffene Frauen nahmen das Angebot nur einmalig an, andere kamen mehrmals und für einige ist die Beratungsstelle ein wichtiger Anlaufpunkt für einen längeren Zeitabschnitt geworden.

Am 8. März 2018 war die offizielle Jubiläumsfeier mit geladenen Gästen und Festreden unter anderem von Ekin Deligöz von den Grünen, die in ihrem Vortrag besonders über die Forderungen an die Politik zur besseren staatlichen Finanzierung von Frauenhäusern und Notrufen eingegangen ist. Weiteren wurde vom Notruf, wie schon zum 20jährigen Jubiläum 2008, eine Plakataktion „Männer gegen sexualisierte Gewalt“ kreiert, an der wieder viele bekannte und weniger bekannte Männer aus Neu-Ulm und Umgebung teilgenommen haben. Ebenfalls im Rahmen des Jubiläumsjahres wurde eine Fortbildung zum Thema „TRIMB u. Traumatherapie“ mit der Traumatherapeutin Ellen Spangenberg angeboten. Diese Fortbildung wurde so gut angenommen, dass in 2019 noch ein Vertiefungsseminar stattfinden wird. Die Künstlerin Tana Hanser hat eigens für den Notruf ein Wohltukartenset entworfen, das sich nicht nur als Geschenk sehr gut eignet, sondern auch für die Arbeit mit den betroffenen Frauen gut einzusetzen ist.
Dieses und weitere Kunstwerke der Künstlerin konnte man auch an der Jubiläumsabschluss Veranstaltung zum Internationalen Gedenktag gegen Gewalt an Frauen (24.11.2018, wegen Totensonntag einen Tag vorverlegt) erwerben. Die Trommellehrerin Monika Burkhardt lud alle Gäste ein, mit einfachen Rhythmen zu trommeln und laut zu sein, als Zeichen dafür, dass  wir keine Gewalt gegen Frauen wollen und für ein friedvolles respektvolles und gleichberechtigtes Zusammenleben zwischen Männern und Frauen einstehen.

 v.l.n.r.: Monika Burkhardt, Anneliese Wolf, Andrea Gaier, Tanja Hanser
Foto: Diana Seiler (die abgebildeten Personen erklärten sich für die Veröffentlichung bereit)

siehe auch: Plakat Männer gegen…2018

Mitgliederausflug am 26.5.2018 auf die Insel Frauenchiemsee

Der diesjährige Mitgliederausflug führte uns auf den Chiemsee. Siegbert Kollmann und Horst Gauss hatten die Fahrt zusammengestellt. Wir fuhren an Stock, von wo normal die Überfahrt stattfindet, vorbei nach Gstadt. Von dort ist die Überfahrt kürzer. Es war dort aber gar nicht so leicht, einen geeigneten Platz für das bei Mitgliederausflügen traditionelle Leberwurst-Brezel-Frühstück zu finden. Schließlich konnte man am Straßenrand mit dem Brezelschmieren beginnen.

Danach folgte die Überfahrt von Gstadt zur Fraueninsel. Dort am Bootssteg wartete schon die Inselführerin und konnte bei tollem Wetter in einem Inselrundgang die Schönheiten der Insel zeigen. Den Anfang machte die Klosterkirche und viele Geschichten über die heilige Irmingard. Dann der schöne Kirchhof, der allein stehende Kirchturm. Weiter die karolingische Torhalle, in der jetzt ein Museum ist, die aber früher den Eingang zum Kloster darstellte. Weiter auf den höchsten Ort der Insel, wo ein Kriegerdenkmal mit einem Gemälde sehenswert ist und für Leute, die für Kraftorte empfänglich sind, gab es dort die Tassilo Linde und daneben die Marienlinde.

Danach konnte die Insel auf eigene Faust erwandert werden. Einmal herum sind nur 1,5 Kilometer. Oder man konnte einkehren und zum Beispiel eine geräucherte Renke genießen.

Schließlich ging es wieder mit dem Schiff nach Gstadt, und mit dem Bus nach Autenried ins Brauhaus. Schöne Tradition bei AWO-Ausflügen ist ja das Einkehren am Tagesende.

Klaus Guhl

Festverabstaltung zum 30jährigen AWO Notruf für Frauen in Neu-Ulm

30 Jahre Notruf für Frauen in Neu-Ulm

 1988 wurde auf Anordnung der Staatsregierung die Tätigkeiten des Notrufes für Frauen – nämlich die Beratung und Begleitung von Frauen, die sexueller Gewalt ausgesetzt waren, die aber nicht in akuter Gefahr sind und aktuell den Schutz des Frauenhauses brauchen – ausgegliedert aus dem 1984 gegründeten Frauenhaus. Das ist jetzt 30 Jahre her und deshalb hatte die Neu-Ulmer Arbeiterwohlfahrt am 8.März 2018 – dem Weltfrauentag – zu einer Festveranstaltung in den Schlößle-Saal in Offenhausen geladen. Die Vorsitzende Friederike Draesner erinnerte bei ihren Begrüßungsworten daran, daß bei der Trennung der Frauenhausarbeit und der Notrufarbeit versäumt wurde, solide finanzielle Strukturen zu schaffen. So muss der Träger einen sehr hohen Eigenanteil beisteuern, ohne Teilnehmergebühren nehmen zu können. Dann konnte Sie mehrere Ehrengäste begrüßen. Für den Landkreis sprach der stellvertretende Landrat Roland Bürzle ein Grußwort. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg dankte namens der Stadt für die gute Arbeit, Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer dachte gern an die langjährige gute Zusammenarbeit mit den beiden Mitarbeiterinnen Andrea Gaier und Anita Bay-Dieterle zurück. Und auch MdB Dr. Karl-Heinz Brunner hob die Wichtigkeit der Notrufarbeit hervor.

Die Festrede hielt dann MdB Ekin Deligöz. Sie sprach über die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen, und meinte, daß diese in letzter Zeit durch die anonymen Möglichkeiten der digitalen Medien in Form von Beschimpfungen und Bedrohungen stark zugenommen hätte. Sie griff auch die ungenügende Finanzierung der Notrufe auf und erklärte, sie habe einen bundesweiten Fond für diese Arbeit vorgeschlagen, aus dem dann Finanzierungen erfolgen könnten. In einem weiteren Redebeitrag zeichnete die stellvertretende Präsidiums-Vorsitzende des AWO Bezirksverbandes, Brigitte Protschka, ein Bild der Gründerin der Arbeiterwohlfahrt Marie Juchacz. Und schließlich gaben die beiden Mitarbeiterinnen des Notrufes Andrea Gaier und Anneliese Wolf einen Ausblick auf die Veranstaltungen des Jubiläumsjahres. Andrea Gaier ist seit Anfang dabei, zusammen mit Anita Bay-Dieterle, die im letzten Herbst nach 30 Dienstjahren bei der AWO Neu-Ulm und 29 1/2 davon beim Notruf in Rente gegangen war. Ab letzten Herbst ergänzt Anneliese Wolf das Zweierteam.

Link zur Festrede Ekin Deligöz:
https://www.facebook.com/notes/ekin-deligöz/licht-in-die-dunkelheit-bringen/1853608164713236/

Die Festveranstaltung wurde umrahmt durch Harfen- und Klarinettenmusik der Geschwister Hauke. Es folgte ein Büfett aus der Schlössle-Küche und am Schluss ein einstündiger Auftritt der ‚schrillen Fehlaperlen‘, einem Frauenkabarett, das viel Freude machte.  siehe auch: http://www.die-schrillen-fehlaperlen.de/