Lautertaltour mit Blaustein

Zum 9.September 2025 hatte Christine Vogelmann – assistiert von Familie Gauss – den nächsten Ausflug geplant: eine Tour mit dem Bähnle der Firma Auto-Mann, diesmal in Blaustein und seinem Stadtteil Herrlingen. Die Anreise nach Blaustein fand mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt und mit Umsteigen, aber es klappte alles gut. In Blaustein am ZOB bestiegen wir das Bähnle.Erster Programmpunkt war die Ausgrabungsstätte der 1952 entdeckten steinzeitlichen Siedlung, die zum Weltkulturerbe zählt. Das Steinzeitdorf wurde etwa vor 6000 Jahren nahe der Blau erbaut.Es wurde 100 Jahre später wieder aufgegeben, nachdem es zweimal abgebrannt war. Bei Ausgrabungen kamen Ruinen von Häusern mit Backöfen und offenen Feuerstellen zum Vorschein. Heute liegt die Siedlung wieder gut geschützt unter Erde im Grundwasser. Es gibt aber ein originalgroßes Modell eines Steinzeithauses und einen Lehmbackofen. Wir auf unserer Tour allerdings haben davon nicht viel gesehen. Wir sind vorbeigefahren, haben in der Ferne kurz das rekonstruierte Haus gesehen und mussten uns mit den Erläuterungen begnügen.
Weiter ging die Fahrt zur Villa Lindenhof. Eine wunderschöne Jugendstil-Villa von 1906. Heute befindet sich darin eine Ausstellung  über interessante Persönlichkeiten, die in Herrlingen gelebt haben. So wird Anna Essinger gewürdigt, die ein Kinderheim in der Nähe betrieb, das sie komplett nach England schmuggelte und so vor den Nazis in Sicherheit brachte.
Auch wird Erwin Rommel gewürdigt, ein Nazi-General, der, als er sich dem Widerstand anschloss, vor die Wahl gestellt wurde: Volksgerichtshof oder Selbstmord. Um die Familie zu schützen, hat er sich erschossen, und bekam ein großes ehrenvolles Staatsbegräbnis. Sein letzter Wohnort war diese Villa.
Nächste Station war das Schloß Oberherrlingen, ein Renaissanceschloß der Herren von Bernhausen. Heute befindet sich dort ein landwirtschaftlicher Betrieb und man kann das Haus nur von außen betrachten.
Ein kleiner Weg mit Kreuzwegstationen führte uns zu der Wallfahrtskapelle Maria Hilf. Das malerisch über dem Lautertal gelegene Kirchlein wurde 1708 im Auftrag der Herren von Bernhausen erbaut.Letzte Station war in Lautern die Kirche “Unserer lieben Frau“. Es gibt Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert. An der Brüstung der Empore sind die zwölf Apostel dargestellt. Ein kleiner Spaziergang führte uns zum Lauterursprung, einem Quelltopf, in den die Lauter von unten hineindrückt. Die Anlage der Quelle und daneben des historischen Pumphauses ist sehr schön gestaltet.Die Fahrt endete am Busbahnhof Herrlingen, genau neben dem Restaurant Lindenmair. Dort war für uns reserviert. Wenn einige eine große, sahnige Torte mit einer Tasse Kaffee bestellten, nahmen andere Saure Leber mit Bratkartoffeln zum Weißenbier. Oder Wurstsalat, oder Spaghetti mit Pilzen.Es war ein gemütlicher Ausklang, bevor wir wieder in den Linienbus nach Ulm stiegen.
Klaus Guhl

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