Die Stadt Neu-Ulm hatte für die Benennung des neuen Veranstaltungssaales im ‘Heiners‘ drei Frauen vorgeschlagen und von den 840 Personen, die bei der Onlineabstimmung teilnahmen, wählten 48.4% Anna Pfänder. Anna Pfänder setzte sich als Lehrerin, später Rektorin und Sozialreformerin über Jahrzehnte für Bildung und soziale Gerechtigkeit und Menschen in Not ein.
Und Anna Pfänder war seit der Wahl 1919 die (neben zwei weiteren) erste Frau im Neu-Ulmer Stadtrat, nachdem ein Jahr zuvor das Frauenwahlrecht eingeführt worden war. Sie war also Mitglied der SPD-Fraktion, aus der heraus unsere Arbeiterwohlfahrt gegründet wurde. Und wenn wir Clemens Högg für unseren Gründer halten, so war Anna Pfänder dicht dabei. Sie wird von der AWO in den städtischen Wohlfahrtsausschuss delegiert. In den 1930ern wird sie als Schriftführerin genannt. 1933 wird die Arbeiterwohlfahrt verboten. Bei der Neugründung am 14.08.1947 wird sie wieder als Schriftführerin in den Vorstand gewählt und bleibt das bis 1969. AWO-Mitglied bleibt sie bis zu ihrem Tod im Jahre 1984.

Nun gibt es einen Anna-Pfänder-Saal am Heiner-Metzger-Platz (Bürgermeister Heiner Metzger war von 1960 bis zu seinem Tod 1997 AWO-Mitglied).
Klaus Guhl
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