AWO-Spaziergang in Söflingen

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25.Mai 2022
ein Reisebericht von Klaus Guhl

Nachdem coronabedingt zwei Jahre keine Veranstaltungen möglich waren, bot das AWO-Reise-Team jetzt vier Ausflüge an. In einem davon lud Otmar Schanz nach Söflingen zu einem geführten Rundgang ein.

Er hatte den Söflinger Uwe Eichhorn zu einer Führung gewinnen können. So traf man sich am Gemeindebrunnen. Der Brunnen ist geschaffen von Wilhelm Luib und ehrt vier der berühmtesten Söflinger: den Schreiner und Bildhauer Jörg Syrlin, der berühmt ist durch das Ulmer Chorgestühl und den Fischkastenbrunnen in Ulm, den Spätbarockmaler Franz Anton Kraus, den Rokoko-Maler Johann Baptist Enderle und den Minnesänger Meinloh von Sevelingen, der in Söflingen in der Burg des Grafen von Dillingen lebte. Er gilt als der älteste schwäbische Minnesänger. Von der Burg ist nichts mehr erhalten.

Dann gingen wir durch die Straße “Im Baindle“, einer Urzelle Söflingens,  zur St.Leonhard-Kapelle. Diese war früher die Gemeindekirche der Söflinger. In dieser kleinen schönen Kapelle sind etliche Gemälde des Söflinger Künstlers Johann Baptist Enderle zu bewundern. Nach der Säkularisierung wurde die Klosterkirche zur Gemeindekirche freigegeben und St.Leonhard blieb eine kleine Kapelle neben dem Friedhof.

Weiter gingen wir zur Sonnenstraße, wo wir das Haus sahen, in dem 1905 die Verhandlungen zur Eingemeindung Söflingens stattfanden. Ulm bekam das an Flächen große Söflingen und Söflingen bekam die Straßenbahn.

Weiter ging es durch die Enderlegasse und durch die Ochsengasse durch den alten Ort, dann durch den Klosterhof über die Blau zur Klosterkirche Maria Himmelfahrt. Außer der Kirche ist nur noch das alte Pfarrhaus und das ehemalige Beichthaus vom Kloster erhalten. Die eigentlichen Klostergebäude wurden 1818 mit der Säkularisation abgebrochen.

Der Spaziergang klang aus an der Blau, wo eine Pferdetränke ins Wasser führt. Uwe Eichhorn las ein Gedicht vor vom Gauga-Ma: “Gang net näh ans Wasser na, sonscht holt di dr‘ GaugaMa“. Der GaugaMa ist eine Faschingsfigur und steigt hier jedes Jahr im Fasching aus der Blau. Und Uwe Eichhorn weiß, wovon er spricht: er ist der GaugaMa.

Ausklang von AWO Ausflügen ist immer die Einkehr. So auch diesmal. Es gab im Klosterstuben-Garten erfrischende Getränke, und als einer Stunde später die Küche öffnete, auch eine Vesper.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Rundgangs sind nach den kurzweiligen Anekdoten, nach den kenntnisreichen Erklärungen und der sympathischen herzlichen Art von Uwe Eichhorn zum  Fan dieses kleinen stolzen Stadtteils von Ulm geworden.

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